Informationen für ArbeitgeberInnen zum Dienstleistungsscheck (DLS)

Dienstleistungsscheckgesetz (DLSG)

BGBl I Nr. 45/2005 idF BGBl I Nr. 114/2005 und BGBl I Nr. 30/2014

Der DLS dient zur Entlohnung für geringfügige Arbeitsverhältnisse zwischen ArbeitnehmerInnen und natürlichen Personen für die Erbringung von einfachen haushaltstypischen Dienstleistungen in Privathaushalten, sofern die Entlohnung bei einzelnen ArbeitgeberInnen nicht über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze liegt.

Welche Dienstleistungen können mit dem DLS entlohnt werden?

Mit dem DLS können haushaltsnahe Dienstleistungen in Privathaushalten entlohnt werden wie z.B.:

  • Reinigungsarbeiten (Wohnung, Eigenheim, Wäsche, Geschirr)
  • Beaufsichtigung von Klein- oder Schulkindern
  • Einkäufe von Lebensmitteln, Bedarfsgütern des täglichen Lebens, Medikamenten (jedoch nicht deren Verabreichung), Heizmaterial sowie die Beheizung von Räumen
  • einfache Gartenarbeiten (z.B. Laub kehren, Rasen mähen)

Der DLS ist für kurze, befristete Arbeitsverhältnisse vorgesehen. Die Arbeitsverhältnisse gelten auf längstens einen Monat befristet für die Dauer des jeweiligen Arbeitseinsatzes und können wiederholt zwischen denselben Personen abgeschlossen werden, ohne dass dadurch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entsteht. Pro Beschäftigungstag muss mindestens ein Dienstleistungsscheck ausgestellt werden.

Was kann NICHT mit dem DLS entlohnt werden?

  • Tätigkeiten, die eine (längere) Ausbildung erfordern (z.B. Alten- und Krankenpflege)
  • "Mischverwendungen" (Arbeit sowohl im Haushalt als auch im Unternehmen)
  • "Dreiecksverhältnisse" (Tätigkeit von z.B. bei einem Verein beschäftigten Personen in Privathaushalten, wobei zwischen dem Privathaushalt und den beschäftigten Personen keine Rechtsbeziehung besteht, sondern diese nur zwischen Verein und Privathaushalt vorhanden ist [z.B. Familienhelferin])

Werte und Kosten des DLS

Wert für ArbeitnehmerInnen (inkl. 9,6 % Urlaubsersatzleistung u. 25 % Sonderzahlungsanteil) Kaufpreis für ArbeitgeberInnen
€ 10,00 € 10,20
€ 5,00 € 5,10
In der Differenz zwischen "Wert" und "Kaufpreis" sind der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung sowie ein Verwaltungskostenanteil enthalten.

Beim elektronisch erstellten DLS in Trafiken, Post oder über DLS-Online kann der Wert individuell (max. bis zu € 100,-- in ganzen Euro-Schritten) gewählt werden.
Der Kaufpreis wird – wie in der obigen Tabelle dargestellt – unter Hinzurechnung des Unfallversicherungsbeitrags und Verwaltungskostenanteils (zusammen +2 %) errechnet.

Wo bekommen Sie den DLS?

Nach erfolgreicher Registrierung können Arbeitgeber, Schecks Online über DLS-Online Kaufen. ( www.dienstleistungsscheck-online.at )

Dienstleistungsschecks sind österreichweit über das Kompetenzzentrum der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau unter der Telefonnummer 0810 555 666 erhältlich. (Bestellmöglichkeit von DLS via CC-DLS unter www.vaeb.at )

Des weiteren erhalten Sie Schecks in der Trafik und in Postämtern.

Wen können Sie mit DLS entlohnen?

Die Entlohnung mittels DLS ist nur für folgende Personen mit freiem Arbeitsmarktzugang zulässig:

  • Österreichische StaatsbürgerInnen
  • Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten (Ausnahme: KroatInnen, die nicht in Besitz einer Freizügigkeitsbestätigung sind)
  • Staatsangehörige der Schweiz, von Liechtenstein, Island und Norwegen.
  • Inhaberinnen/Inhaber eines Niederlassungsnachweises, eines Befreiungsscheines, einer Niederlassungsbewilligung – unbeschränkt, einer Rot-Weiß-Rot-Karte plus, eines Aufenthaltstitels "Daueraufenthalt-EU" bzw. "Daueraufenthalt-EG", einer Aufenthaltskarte für Angehörige von EWR-BürgerInnen, einer Daueraufenthaltskarte, einer Freizügigkeitsbestätigung, eines Aufenthaltstitels "Familienangehörige/r" bzw. "Daueraufenthalt – Familienangehörige/r", Aufenthaltsberechtigung plus, einer Bestätigung gemäß § 3 Abs. 8 AuslBG oder einer Arbeitserlaubnis (eingeschränkt auf ein bestimmtes Bundesland) sowie Personen mit einem gültigen Asylstatus (Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte). Nähere Informationen zu diesen Nachweisen stehen unter www.sozialministerium.at zur Verfügung.

Wie hoch ist der Stundenlohn bei einer mit DLS bezahlten Arbeit?

Der Wert des DLS (z.B. € 10,--) ist nicht automatisch das für eine Arbeitsstunde zu zahlende Entgelt, dieses ist zwischen Ihnen und Ihren ArbeitnehmerInnen frei zu vereinbaren. Als Untergrenze gilt jedoch ein Stundenlohn (inklusive anteiliger Urlaubsersatzleistung und Sonderzahlungen), der mindestens den vorgeschriebenen Mindeststundenlöhnen nach dem HausgehilfInnen und Hausangestelltengesetz im jeweiligen Bundesland entspricht und unterschiedlich für die jeweiligen Tätigkeiten ist.

Nähere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.vaeb.at oder im CC DLS unter der Servicetelefonnummer 0810 555 666.

Welche Verpflichtungen haben Sie, als ArbeitgeberIn?

Sie haben sich von der Arbeitsberechtigung Ihrer ArbeitnehmerInnen zu überzeugen. Bei der Festlegung des Entgelts ist die tarifmäßige Entlohnung für HausgehilfInnen und Hausangestellte zuzüglich 25 % (für die Sonderzahlungen) und 9,6 % (für die Ersatzleistung gemäß § 10 Urlaubsgesetz) zu berücksichtigen.

Mindeststundenlöhne 2017 pro Stunde
Reinigungskraft, Haushaltshilfe ohne Kochen bzw. Kraft für einfache Gartenarbeit 11,75€
Reinigungskraft nach Professionisten-Einsatz (z.B. Ausmalen der Wohnung) 15,81€
Haushaltshilfe mit Kochen 12,15€
Kinderbetreuung 12,75€
Kranken-/Altenbetreuung (persönliche Dienstleistungen wie Unterstützung bei der Körperpflege oder beim Ankleiden) 16,19€

Mit der Übergabe der DLS in Mindesthöhe des gesetzlichen Entgelts sowie des erforderlichen Beiblatts (bei erstmaliger Entlohnung mittels DLS) an ihre ArbeitnehmerInnen haben Sie alle diesbezüglichen Verpflichtungen erfüllt. Für Sie sind im Kaufpreis des DLS alle Abgaben enthalten.

Für ein und dieselbe Arbeitnehmerin/denselben Arbeitnehmer ist eine Beschäftigung nach dem DLSG nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze möglich. Im Jahr 2017 entspricht das einem Wert von insgesamt € 583,15 pro Monat (Geringfügigkeitsgrenze von monatlich € 425,70 zuzüglich der Abgeltung anteiliger Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistungen).

Wenn der Monatsverdienst den Wert von € 583,15 (2017) überschreitet, unterliegt das Dienstverhältnis nicht dem DLSG. In diesem Fall entsteht ein herkömmliches, vollversicherungspflichtiges Dienstverhältnis. Die Beiträge zur Sozialversicherung (Dienstnehmer- und Dienstgeberanteil) werden ArbeitgeberInnen durch die zuständige Gebietskrankenkasse vorgeschrieben.

Die Auszahlung aller von Ihren ArbeitnehmerInnen abgegebenen DLS erfolgt per Bank- oder Postanweisung ausschließlich durch das CC DLS.

Nach dem Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz ist eine Entlohnung zwischen Ehepartnern (dies gilt auch für Lebensgefährten), Eltern(teilen) und Kindern sowie unter Geschwistern nicht möglich.

Wie viele Personen können Sie mit dem DLS beschäftigen?

Es gibt diesbezüglich keine Beschränkung, es ist jedoch Folgendes zu beachten:
Bei Überschreitung der eineinhalbfachen Geringfügigkeitsgrenze durch die Beschäftigung mehrerer ArbeitnehmerInnen (2017: € 638,55 pro Monat - weil Urlaubsersatzleistungen sowie anteilige Sonderzahlungen für diese Entgeltgrenze nicht zu berücksichtigen sind, gilt bei der Verwendung von DLS im Jahr 2017 ein Grenzwert von € 874,73) haben Sie die Dienstgeberabgabe nach dem Dienstgeberabgabegesetz (DAG) in der Höhe von 16,4 % der Beitragsgrundlage zu leisten (Vorschreibung durch die zuständige Gebietskrankenkasse im nächstfolgenden Kalenderjahr).

Welche Folgen hat die Beschäftigung einer nicht arbeitsberechtigten Person?

Sie begehen hierdurch eine Verwaltungsübertretung. Bei erstmaliger Übertretung erfolgt eine Ermahnung durch die Bezirksverwaltungsbehörde. Bei jeder weiteren Übertretung droht eine Geldstrafe bis zu € 200,--.

Steuerliche Absetzbarkeit bei Kinderbetreuung!

Seit Jänner 2009 können Kinderbetreuungskosten im Zusammenhang mit der Beschäftigung bzw. Entlohnung über den Dienstleistungsscheck steuerlich abgesetzt werden, wenn eine Mindestqualifikation folgender Form gegeben ist:

  • die Betreuungsperson muss mindestens das 15. Lebensjahr vollendet haben.
  • Ausbildung einer Betreuungsperson vom vollendeten 15. Lebensjahr bis zum vollendeten 21. Lebensjahr im Ausmaß von 16 Stunden.
  • Ausbildung einer Betreuungsperson ab dem vollendeten 21. Lebensjahr im Ausmaß von 8 Stunden.

Nähere Informationen finden Sie im Internet unter bmf.gv.at , telefonisch beim Bürgerservice des Bundesministeriums für Finanzen - Telefon: 050 233 765 oder beim Finanzamt - Telefon: 050 233 233.

Weitere Informationen zum DLS erhalten Sie über die Internetseite der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau ( www.vaeb.at ) oder im Kompetenzzentrum Dienstleistungsscheck unter der Servicetelefonnummer Telefonnummer 0810 555 666 österreichweit zum Ortstarif von Montag bis Freitag, 07:00 Uhr bis 15:00 Uhr.

ACHTUNG: die angegebenen Werte unterliegen einer jährlichen Anpassung.